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14.10.2018

Ostalb-Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-) Prostitution

Unter dem Thema "Gegen Menschenhandel und ( Zwangs-) Prostitution" wurde am Freitag, 5. Oktober im Rathaus in Aalen auf Initiative des Frauennetzwerkes "Soroptimist International Aalen/ Ostwürttemberg" - ein Bündnis gegründet. Das weltweite Frauen-Netzwerk setzt sich für die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen und Kindern ein. An der Gründungsversammlung für das Ostalb-Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution nahmen u.a. Landrat, Klaus Pavel, der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler, die Aids- Hilfe Schwäbisch Gmünd, die Gleichstellungs-beauftragten der Städte Aalen, Ellwangen, Schwäbisch und Gmünd sowie die Bundestagsabgeordneten Leni Breymeier und Roderich Kiesewetter teil. Auch St.Gertrudis, unter der Schulleitung von Sr. Birgit Reutemann, gehört neben weiteren Bündnispartnern zu den Gründungsmitgliedern. Das Bündnis will für die Problematik sensibilisieren und darüber aufklären, dass seit Jahren hunderttausende junger Mädchen (meistens Minderjährige) durch die Lover Boy-Masche oder/und durch organisierte kriminelle Banden zur Prostitution gezwungen und als sexuelle Dienstleisterinnen gehandelt, ausgebeutet und zerstört werden. Außerdem soll der beschämenden Praxis der kriminellen Organisationen mit gesellschaftlichem, politischem und gesetzgeberischem Umdenken entgegen-getreten werden. Im Anschluss an die Bündnisgründung fand eine Podiumsdiskussion statt. Diskussionsteilnehmerinnen waren: die Aussteigerin Sandra Norak (Sie kam durch einen Lover Boy in die Szene und prostituierte sich 10 Jahre lang, bis sie den Ausstieg schaffte), Sr. Lea Ackermann (Sie kämpft seit fast 40 Jahren gegen die Prostitution und ist Gründerin des Vereins SOLWODI), Manfred Paulus, Erster Kriminalhauptkommissar a.D. (Er hat sehr eine lange Erfahrung im Bereich der Rotlichtkriminalität, des Frauen- und Kinderhandels und der Pädokriminalität), Joschi Moser, Vorsitzender der Aids-Hilfe Schwäbisch Gmünd und James Smith, Inspektionsleiter des Polizeipräsidiums Aalen. Ein Schwerpunkt der Diskussion war das deutsche Prostitutionsgesetz, das am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz wurde verabschiedet, um die Prostitution als Dienstleistungsgewerbe anzuerkennen und die Prostituierten rechtlich und finanziell besser zu stellen. Es zeigt sich aber, dass dieses Gesetz die Prostituierten nicht schützt, sondern ein Paradies für Bordellbetreiber und Zuhälter geschaffen hat, die ungestört tausende junger Frauen, meistens aus Osteuropa und Ostasien, -zwangsprostituieren und gnadenlos ausbeuten. Die Podiums-TeilnehmerInnen zeigten außerdem auf, dass diese Form der Sklaverei nicht nur in großen Städten zu finden ist, sondern sich auch in Aalen und Schwäbisch Gmünd etabliert hat. Das Bündnis gegen Prostitution und Menschenhandel möchte neben Aufklärung und Prävention auch auf die Politik einwirken, dass das Prostituierten Gesetz geändert wird. Leni Breymeier und Roderich Kiesewetter haben dazu ihre Unterstützung zugesagt. Als Schule mit über 1.100 Schülerinnen geht es uns als Bündnispartner darum, unsere Schülerinnen durch Prävention und Aufklärung für die Problematik sensibilisieren.

Quellen:

www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/Neu-gegruendetes-Ostalb-Buendnis- Gemeinsam-gegen-Menschenhandel,ostalb-buendnis-gegen-zwangsprostitution-und-menschenhandel-102.html -

www.ostalbkreis.de/sixcms/detail.php