„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ - Aktionen 2018

Im März führte die G10b den Stufengottesdienst für die Klassenstufe 10 durch. Ausgehend von dem Motto "Vielfalt lieben" wurde dabei nicht nur das Verhältnis der Kirche gegenüber Homosexuellen thematisiert, sondern es stand anschließend vor allem eine Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen und Schubladendenken im Mittelpunkt. Die Schülerinnen regten dabei durch selbstgeschriebene Texte und Rollenspiele zum Nachdenken an und warben für einen offen und toleranten Umgang mit Minderheiten, sowie mit "anders Denkenden und Liebenden".

St. Gertrudis bekennt sich zu Demokratie und Menschenrechte

Am 22.9. fand in Ellwangen das „Bunte(s) Fest für Demokratie und Menschenrechte“ anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtscharta in statt. An dem parteien-, kirchen-, vereins-, alters- und interessenübergreifenden Fest nahmen auch Schülerinnen und Lehrer der St. Gertrudis teil. Hierfür hatten die Couragemädels im Vorfeld Plakate und Transparente angefertigt und bekannten sich somit bunt und kreativ zu unserer Freiheitlich Demokratischen Grundordnung und sprachen sich deutlich gegen Rassismus aus. Ein starkes Statement!

Viele kleine Aktionen, Stellungnahmen und Livebands sorgten für ein angemessenes Rahmenprogramm, welches vom Bündnis „Ellwangen bleibt bunt“ veranstaltet wurde, zu dem auch St. Gertrudis gehört. 

Für Integration und Toleranz

Unter diesem Motto fuhren die beiden K2 Schülerinnen Verena Köder und Chiara Schittenhelm im August diesen Jahres nach Berlin zu "Aktion Zukunft".

"Aktion Zukunft" ist ein mehrtätiges Seminar, bei dem 30 Schüler und Schülerinnen mit und ohne Fluchthintergrund aus ganz Deutschland zusammenkamen. Ziel der Aktion soll der Aufbau eines eigenen integrationsfördernden Projektes für Geflüchtete im jeweiligen Wohnort sein. Das sechstätige Seminar bot von Vorträgen der Fluchtursachen, über Projektmanagement bis hin zu Vereinsgründung ein breites Spektrum.

Highlight der Aktion war dabei der Besuch in der US-Botschaft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten hier mit potentiellen Unterstützern ihres eigenen Projektes Konversation betreiben, sowie die Zeit zum Austausch mit Diplomaten und anderen Personen der Wirtschaftsbranche nutzen.

Initiiert wurde "Aktion Zukunft" von STF (Schüler treffen Flüchtlinge e.V.) in Kooperation mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa. Weitere Förderer der Aktion waren u.a. das Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der UNO Flüchtlingshilfe.

STF - kocht: Austausch ermöglichen und Vielfalt stärken

Foto (stg): Eine fröhliche Begegnung ermöglichte das Projekt STF-kocht an St. Gertrudis. Unter die Teilnehmer mischte sich auch Schulleiterin Sr. Birgit Reutemann (auf dem Foto ganz links).

Unter dem Motto "STF-Kocht - Austausch ermöglichen und Vielfalt stärken" initiierten Verena Köder, Chiara Schittenhelm und Julia Schneider, alle drei Schülerinnen an St. Gertrudis Ellwangen, das Kochprojekt "STF-Kocht", das kulturellen Austausch zwischen Geflüchteten und Schülerinnen und Schülern von St. Gertrudis sowie anderen Ellwanger Schulen bietet.

Im Rahmen eines sechstägigen Seminars in Berlin, das Chiara und Verena mit einem Stipendium des Berliner Vereins Schüler treffen Flüchtlinge e.V. (STF) besuchten, erfuhren die K2-Schülerinnen des Gymnasiums St. Gertrudis von dem bereits bestehenden Projekt "STF-Kocht" in Berlin, das durch gemeinsames Kochen den Kontakt zwischen Geflüchteten und Schülern ermöglicht. Mit Unterstützung von Projektleitern der "Aktion Zukunft" und durch die Eigeninitiative von Chiara und Verena kam gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Julia Schneider die Idee auf, dieses Projekt auch an St. Gertrudis umzusetzen.

Vor dem ersten Kochen wurden Flyer designt und verteilt, um möglichst viel Aufmerksamkeit für das Projekt zu erlangen. Nach einiger Zeit konnte dann auch schon das erste gemeinsame Treffen stattfinden. Schülerinnen und Schüler von St. Gertrudis und vom Hariolf-Gymnasium kamen gemeinsam mit der betreuenden Lehrkraft, Frau Dr. Nadyeh Shariloo, und den Geflüchteten in der Schulküche von St. Gertrudis zusammen und lernten sich zunächst kennen. Zum Einstieg wurde dann in kleinen Kochgruppen Gemüselasagne mit Salat zubereitet. Beim gemeinsamen Essen im Anschluss erzählten die Geflüchteten über ihr Heimatland und teilweise über ihre Flucht. Da das erste "STF-Kocht" ein großer Erfolg war, entschieden sich Chiara, Julia und Verena einen Monat später dazu, erneut ein gemeinsames Kochen zu initiieren. Dieser Termin fiel in die Weihnachtszeit, sodass der Gedanke nicht weit war, dieses Mal Plätzchen zu backen. Erneut kamen alle Interessierten zusammen, um gemeinsam die vorweihnachtliche Zeit zu genießen. Zwischen Weihnachtsmusik und dem Duft von Punsch wurden diverse "Ausstecherle" und Schokobrot gebacken. Das gemeinsame Kosten bildete den krönenden Abschluss des zweiten Kochprojekts. Interessen zur Teilnahme an weiteren Terminen können sich gerne unter folgender E-Mail-Adresse melden: verenak@stfberlin-nospam.de.

Das Ellwanger Projekt ist eine Erweiterung des Mutterprojekts "STF-Kocht" von Schüler Treffen Flüchtlinge e.V. (STF) in Berlin. Ins Leben gerufen wurde der Verein als Reaktion auf die Vielzahl an Geflüchteten, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, von Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren aus Berlin. Durch verschiedene Projekte und mit viel Engagement fördert STF seither Integration und kulturellen Austausch innerhalb Berlins. Schon bald wurde auch die Initiative zu bundesweitem Engagement ergriffen: Das Seminar "Aktion Zukunft", das im August 2018 zum zweiten Mal stattfand, dient dazu, Jugendliche aus ganz Deutschland bei eigenen integrationsfördernden Projekten zu unterstützen. Daher gilt ein großer Dank einerseits natürlich STF und andererseits der US-Botschaft in Berlin, die dieses Projekt in Ellwangen finanziell unterstützt.

Mehr Informationen zu Aktion Zukunft: www.aktionzukunft2018.de

Mehr Informationen zu STF e.V.: www.stfberlin.de

Fake Paradise

Auch in der Mittelstufe haben wir uns für Courage und gegen Rassismus eingesetzt: Im November wurde an der Schule das interaktive Theaterstück "Fake Paradise" aufgeführt. Die Schauspieler stellten vier Coaches dar, die Schülerinnen der Klassen 8 und 9 als Rekruten im Fake Paradise begrüßt haben. Hier durfte ein großer Teil der Mittelstufe erleben, wie Ausschnitte der Wahrheit und bloße Behauptungen zur Manipulation genutzt werden, etwa um zu mobben, zu diskriminieren oder Wählerstimmen zu gewinnen. Als Nachbereitung wurde das Theaterstück in den Klassen durch Workshops des Demokratiezentrums Baden-Württemberg reflektiert und das Thema differenzierter betrachtet.